Wer ist eigentlich dieser Lebershunt?

Ein Lebershunt ist eine Gefäßfehlbildung. Es sind Gefäße da wo keine sein sollten.
Beim gesunden Tier und Mensch wird das Blut was mit allen Nähr- aber auch Giftstoffen aus dem Magen-Darmtrakt kommt erst mal durch die Leber geleitet. Dass die Leber entgiftet ist ja allseits bekannt. Vor allem Ammoniak wird heraus gefiltert und ausgeschieden.
Bei einem Lebershunt-Patienten gibt es Gefäße die dieses Blut nun an der Leber vorbei leiten. Folglich kann diese nun auch keine Giftstoffe aus dem Blut eliminieren. Zum zweiten wird sie natürlich auch weniger durchblutet.
Nun zirkulieren diese giftigen Stoffwechselprodukte im gesamten Kreislauf und richten Schäden im Gehirn an. So erklären sich auch die neurologischen Symptome wie Anfälle, Koma und Schwindel.
Diese treten in der Regel kurz nach der Nahrungsaufnahme auf, was bei Feivel jedoch nicht der Fall ist. Er hat die Anfälle unabhängig vom Fressen.

Bei Feivel war der Ammoniakwert so extrem hoch, dass er nicht mehr messbar war.


Was tut man?

Einen Versuch die Symptome abzumildern besteht darin den Ammoniakwert in Schach zu halten.
Es gibt zum einen proteinarme Schonkost. Das ist natürlich für ein Tier das sich, wie Feivel, im Wachstum befindet nicht wirklich optimal. Er darf keine Welpenkost, sondern bekommt eine eiweißarme Leberdiät. Da Hundefutter noch weniger Protein enthält bekommt er Hundefutter. Um den Eiweißgehalt noch weiter zu verringern, wird dieses Futter mit Babygläschen gemischt.
Weiterhin versucht man die Entstehung des Ammoniaks zu reduzieren. Zum einen bekommt Feivel Antibiotika um die Bakterien im Darm die an der Entstehung des Ammoniaks beteiligt sind zu reduzieren. Aus dem selben Grund wird auch Lactulose in das Futter gemischt. Dieses senkt den pH im Darm und wirkt abführend. Feivel muss immer weichen Kot haben.
Weiterhin bekommt er Tabletten zum Magenschutz. Der hohe Ammoniak schädigt auch die Schleimhäute was zu weiteren Problemen führt.
Ein weiterer Punkt in der Behandlung ist, die Anfälle mittels Antiepileptika zu reduzieren.

Dies alles kann aber wie gesagt nur die Symptome in Schach halten und bekämpft nicht die Ursache, nämlich das Gefäß das nicht da sein sollte.
Also muss das Gefäß irgendwie außer Gefecht gesetzt werden.
Das wird mittels einer OP erreicht für die nun auch diese Spenden gesammelt werden.
In dieser OP wird das zusätzliche Gefäß abgebunden, verengt oder mit einem sogenannten Coil "verstopft".
Um die Gefäße darstellen zu können wird während der OP immer wieder Kontrastmittel in die Blutgefäße gespritzt und via Röntgen kontrolliert wo welches Gefäß Probleme macht und wie weit es während der OP "unschädlich" gemacht werden konnte.

Nach der OP muss der Patient dann noch weiter engmaschig kontrolliert werden und bleibt unter ständiger Beobachtung. Mittels Blutabnahme wird im Folgenden mehrfach der Ammoniakspiegel bestimmt um zu schauen ob die Leber nun durchblutet wird und somit entgiften kann.
Außerdem muss natürlich protokolliert werden inwieweit die Anfälle und die restlichen Symptome noch auftreten.
Auch nach einer erfolgreichen OP können einige Symptome bleiben falls sie Schäden vorher schon zu groß waren.